 |
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Quelle: DIF
|
     |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Louise Brooks
|
 |
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Louise Brooks – Schauspielerin Louise Brooks wird am 14. November 1906 in Cherryvale, Kansas, geboren. Sie ist das zweite von vier Kindern in der Ehe des Rechtsanwalts Leonard P. Brooks und Myra Brooks, geb. Rude, einer musikalisch und literarisch interessierten Frau. Durch sie ermutigt, nimmt Louise Brooks schon früh Tanzunterricht. Mit 15 Jahren tanzt sie bereits in New York in der Revuetruppe von Ruth St. Denis und Ted Shwan, den "Denishawn Dancers".
1925 wird sie Mitglied im Ballett von George White's "Scandals" und geht im gleichen Jahr nach London, wo sie im Café de Paris Charleston tanzt. 1925 kommt sie an den Broadway zurück, erhält eine Rolle in Flo Ziegfelds "Louie the 14th" und tanzt ein Jahr lang bei der berühmtesten amerikanischen Revuetruppe, den "Ziegfeld Follies". Ihr Filmdebüt hat sie im Mai 1925 in "The Street of Forgotten Men" von Herbert Brenon. Nach ihrem zweiten Film "The American Venus" von Frank Tuttle (1926) unterschreibt sie einen Fünfjahresvertrag bei Paramount und dreht innerhalb eines Jahres sechs Spielfilme unter den damals erfolgreichen Komödienregisseuren Malcolm St. Clair, Frank Tuttle und Edward Sutherland, den sie im gleichen Jahr heiratet.
|
 |
 |
Ihre Rolle in Howard Hawks' "A Girl in Every Port", wo sie zwei Männer zur gleichen Zeit verführt, wird ausschlaggebend für ihre weitere Karriere. G. W. Pabst, der für seine Wedekind-Verfilmung "Die Büchse der Pandora" eine Lulu-Darstellerin sucht, sieht sie in dem Hawks-Film und holt Louise Brooks nach Berlin. In seinem nächsten Film "Tagebuch einer Verlorenen" (1929) spielt sie ebenfalls eine Hauptrolle.
Ein Jahr später dreht sie in Paris "Prix de beauté" von Augusto Genina, an dem auch G. W. Pabst und René Clair beteiligt sein sollen. Zurück in Hollywood, will sie sich dem Studio-System nicht mehr unterordnen. Als sie sich weigert, ihren letzten in Amerika gedrehten Stummfilm "The Canary Murder Case" nachzusynchronisieren, erhält sie, die für ihren eigenwilligen und unangepaßten Charakter bekannt ist, nur noch unbedeutende Nebenrollen. Die Paramount gibt eine Notiz an die Presse, daß die Stimme von Louise Brooks für den Tonfilm nicht geeignet sei. Im Alter von 25 Jahren ist ihre Filmkarriere beendet. Sie verläßt 1931 Hollywood, tanzt in Nachtclubs, arbeitet in der Werbung, macht Radio-Shows. 1933 heiratet sie den Millionär Deering Daves, trennt sich aber nach einem halben Jahr wieder von ihm. Von 1936-1938 geht sie zurück nach Hollywood und spielt in vier Filmen kleine Rollen. "Overland Stage Raiders", ein Low-Budget-Western mit dem damals noch unbekannten John Wayne ist ihr letzter Film. Danach arbeitet sie zwei Jahre in einem New Yorker Kaufhaus als Verkäuferin. Sie versucht ihre Memoiren zu schreiben, vernichtet das Manuskript schließlich.
James Card, dem Curator der Filmabteilung des Eastman-House in Rochester, ist es zu verdanken, daß Louise Brooks aus der Vergessenheit zurückgeholt wird. Er entdeckt sie in New York, holt sie nach Rochester und gibt ihr über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit, alte Filme zu sehen.
Louise Brooks, die über ein ausgezeichnetes Gedächtnis verfügt, beginnt zu schreiben. Sie entdeckt für sich den Film als eigenständige Kunstform, und ihre Artikel u.a. über Humphrey Bogart, Lillian Gish, Greta Garbo, Charlie Chaplin und W. C. Fields sind eine Mischung aus erlebter Filmgeschichte, Selbstauskünften und präzisen Charakterisierungen. Die Sammlung ihrer Aufsätze, die 1982 unter dem Titel "Lulu in Hollywood" erscheint, wird zu einem überraschenden Erfolg. Schließlich gibt sie auch das Schreiben auf: "Es ist eine nutzlose Übung, für Leser, die sich vom Publicity-Schund füttern lassen, die Wahrheit zu schreiben".
1958 veranstaltet Henri Langlois in der Cinémathèque Française eine Retrospektive ihrer Filme. Sie gibt gelegentlich Interviews für TV-Sendungen über das frühe Hollywood, so 1965 für die BBC-Produktion "Movie Go Round". Mitte der 1970er Jahre zeigt sich Louise Brooks vor der Kamera und erzählt ungeschminkt, in Nachthemd und Morgenmantel, dem Dokumentarfilmmacher Richard Leacock über ihre Arbeit mit G. W. Pabst. In einem Gespräch, das die englischen TV-Dokumentaristen Kevin Brownlow und David Gill in ihrer Serie "Hollywood" verwenden, reflektiert Louise Brooks am Beispiel Clara Bows ihr eigenes Schicksal in der unerbittlichen Star-Maschine des alten Hollywood-Systems. Louise Brooks, die lange an einem Lungen-Emphysem leidet und sich deshalb in ihrer Wohnung isoliert, stirbt am 8. August 1985 in Rochester, N.Y., an einem Herzinfarkt. CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
|
 |
|
 |
 |
*14.11.1906
Cherryvale, Kansas, USA
; †08.08.1985
Rochester, New York, USA
Darsteller
|
 |
 |
 |
|
 |
|