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Quelle: Majestic Filmverleih, DIF
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"Die Fremde" (2010)
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Sibel Kekilli, geboren am 16. Juni 1980 in Heilbronn als Tochter türkischer Einwanderer, arbeitet nach dem Abschluss der Mittleren Reife für zwei Jahre als Verwaltungsangestellte bei der Heilbronner Stadtverwaltung. Im Anschluss zieht sie nach Essen, wo sie in den kommenden drei Jahren in diversen Jobs tätig ist, so etwa als Verkäuferin, Reinigungskraft, Kellnerin und Fotomodell. Außerdem spielt Kekilli unter dem Pseudonym "Dilara" in diversen Erwachsenenfilmen. Im Jahr 2002 wird Sibel Kekilli durch Zufall von einer Casting-Agentin entdeckt und von Fatih Akin in der Hauptrolle seines Dramas "Gegen die Wand" besetzt. Um sich auf die Dreharbeiten vorzubereiten nimmt Kekilli, die nie eine Schauspielschule absolviert hat, in den Jahren 2002 und 2003 kurzzeitig Unterricht in den Fächern Schauspiel und Improvisation an der Schauspielschule Bochum sowie Stimm- und Sprechtraining.
"Gegen die Wand" feiert im Wettbewerb der Berlinale 2004 Weltpremiere und wird prompt mit dem Goldenen Bären als Bester Film ausgezeichnet. Kekilli erntet für ihre Verkörperung einer jungen Deutschtürkin, die gegen die konservativen Wertvorstellungen ihrer Familie rebelliert, überschwängliche Kritiken. Auch eine als "Enthüllung" getarnte Skandal-Kampagne der "Bild"-Zeitung, bei der Kekillis frühere Mitwirkung in pornografischen Filmen ausgeschlachtet wird, kann ihrem Ruhm nicht schmälern. In den folgenden Monaten wird sie für ihre Leistung in Akins Film unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis, dem Preis der deutschen Filmkritik und dem Darstellerpreis beim internationalen Filmfestival im kalifornischen Santa Barbara ausgezeichnet.
Nach einer kleinen Rolle in der von Akin produzierten und geschriebenen Milieu-Komödie "Kebap Connection" (2004) spielt Kekilli 2006 zwei weitere anspruchsvolle Charakterrollen: In Hans Steinbichlers "Winterreise" verkörpert sie eine junge Kurdin, die einen alternden Exzentriker und Menschenfeind (Josef Bierbichler) auf einer abenteuerlichen Reise nach Afrika begleitet; in der Artur-Brauner-Produktion "Der letzte Zug" von Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová beeindruckt sie in der Rolle einer Jüdin, der es 1943 gelingt, aus einem Deportations-Zug der Nazis zu flüchten.
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Ebenfalls 2006 spielt Kekilli die Hauptrolle in dem türkischen Film
"Eve Dönüs" ("Heimkehr"), über das Schicksal einer Arbeiterin während
des türkischen Militärputsches im Jahr 1980.
Nach einer Nebenrolle in Lars Beckers
Fernsehspiel "Blutige Stadt" (2009) aus der Krimi-Reihe "Nachtschicht"
sowie der Hauptrolle in dem finnischen Beziehungsdrama "Pihalla"
(2009), sieht man Sibel Kekilli im Jahr 2010 in gleich zwei
hochkarätigen deutschen Produktionen: so gehört sie zum Ensemble von Dieter Wedels aufwändigem TV-Zweiteiler "Gier" über die Machenschaften eines Anlagebetrügers; und in Feo Aladags
Kinofilm "Die Fremde" spielt sie die Titelrolle einer
türkischstämmigen, in Istanbul lebenden Deutschen, die aus ihrer
einengenden und gewalttätigen Ehe ausbricht, um bei ihrer Familie in
Deutschland ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Nicht nur thematisch
erinnert der Film an "Gegen die Wand" – wie Kekillis Durchbruchs-Film
feiert auch "Die Fremde" bei der Berlinale Weltpremiere, allerdings in
der Sektion "Panorama".
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*16.06.1980
Heilbronn
Darsteller
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