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Quelle: X Verleih, DIF
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"Meine schöne Bescherung" (2007)
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Martina Gedeck – Schauspielerin
Martina Gedeck, geboren am 14. September 1961 in München, älteste von drei Töchtern des Großhandelskaufmanns Karl-Heinz Gedeck und seiner Frau, der Sekretärin Helga Gedeck. Sie wächst im niederbayerischen Landshut auf und zieht 1971 mit der Familie nach Berlin. Als 11-Jährige tritt sie in der Kinder-TV-Serie "Die Sendung mit der Maus" und in der Jugend-TV-Reihe "Denkste" auf. Sie erhält Geigen-Unterricht, ist 1977/78 Austauschschülerin in New Jersey. 1981 Abitur an der altsprachlichen Schadow-Oberschule in Berlin-Zehlendorf. Beginn eines Germanistik- und Geschichtsstudiums an der Freien Universität Berlin.
Vom Herbst 1982 bis Sommer 1986 Schauspielausbildung an der Hochschule der Künste (Max-Reinhardt-Schule) in Berlin. Noch als Schauspielschülerin spielt sie in Janusz Glowackis Stück "Aschenkinder" (R: Pip Simmons; UA: 12.9.1985) im frankfurter Theater am Turm eine Insassin einer Besserungsanstalt, die in einem dort inszenierten Theaterstück die Rolle des Prinzen übernimmt.
Debüt am Deutschen Schauspielhaus Hamburg als Marianne in Molières "Der Geizige" (R: Wilfried Minks, UA: 29.1.1987), danach in Goethes "Reineke Fuchs" als Giremund (R: Michael Bogdanov, UA: 4.4.1987). Im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses ist sie in Martin Crimps "Das Stille Kind" (R: Charlotte Kleist, UA: 17.4.1993) als Sozialarbeiterin Sal zu sehen.
Weitere Engagements in Basel (Schauspielhaus), Berlin (Theater am Kurfürstendamm), Frankfurt/Main (Schauspiel – für Salzburger Festspiele) und Hamburg (Kammerspiele). Einem größeren Publikum wird sie 1994 als Jutta in Sönke Wortmanns erfolgreichen Kino-Komödie "Der bewegte Mann" bekannt. Ein Jahr später ist sie in Rainer Kaufmanns "Stadtgespräch" eine junge Mutter, die von ihrem Mann mit ihrer besten Freundin betrogen wird. In Wolfgang Beckers "Das Leben ist eine Baustelle" verkauft sie als schlampige Rabenmutter Lilo auf Hausfrauen-Partys Reizwäsche.
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Im ZDF-Fernsehfilm "Hölleisengretl" (Jo Baier), frei nach Oskar Maria Graf, übernimmt sie die Titelrolle, eine alleinstehende, von Geburt an bucklige, wohlhabende bayerische Bäuerin, die als Hoferbin letztlich von den Männern nur ausgenutzt und betrogen wird. Für diese Rolle erhält Gedeck 1995 den Bayerischen Fernsehpreis. Baier setzt sie auch in seiner Stadt-Land-Komödie "Der schönste Tag im Leben" ein.
1996 beeindruckt sie in Helmut Dietls "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" als schüchterne italienische Kellnerin Seraphina, die einen Drehbuchautor (Joachim Król) aus der Ferne anschwärmt; dafür erhält sie 1997 den Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin.
Ein Jahr später folgt ein Adolf-Grimme-Spezialpreis für ihre Gestaltung der Rollen einer Dozentin für Kriminalpsychologie, die an einen Kaspar-Hauser-Fall gerät ("Lea Katz – Die Kriminalpsychologin: Das wilde Kind"), der lebenslustigen, attraktiven Tante Isabella in "Der Neffe", sowohl als Polizistenwitwe und alkoholkranke Mutter einer Dreizehnjährigen in "Bella Block – Tod eines Mädchens".
In der Weihnachts-Satire "Single Bells" (1997/98) plant Gedeck als Werbe-Chefin Kati Treichl einen Urlaub mit ihrem Freund, besucht dann aber ihre Schwester in den Bergen; eine Fortsetzung folgt zwei Jahre später unter dem Titel "O Palmenbaum".
In Didi Danquarts Heimatdrama "Viehjud Levi" stiftet Gedeck als Sekretärin Fräulein Neuner zusammen mit dem Karriere-Nazi und Reichsbahn-Ingenieur Kohler (Ulrich Noethen) 1933 Unfrieden in einem Schwarzwalddorf.
1999 stirbt Ulrich Wildgruber, mit dem Martina Gedeck seit 1990 zusammen gelebt hat. "Die Beziehung, das Leben mit Wildgruber, war ganz wichtig für meine Arbeit. Er war sehr frei. Und mit 53 Jahren, als ich ihn kennenlernte, ein Meister (...) er hat auf jeden Fall mein Spiel beeinflusst." (zu Rothe und Simon, 2002).
In Dominik Grafs Familiendrama "Deine besten Jahre" wird Martina Gedeck als reiche Unternehmersgattin Vera Kemp überraschend mit der jungen Geliebten ihres Mannes konfrontiert, verliert bei einem Verkehrsunfall Mann und Sohn und soll außerdem um ihr Vermögen gebracht werden. Für ihre Darstellung einer Mutter in Anno Sauls Kino-Film "Grüne Wüste" erhält sie 2000 den Bayerischen Filmpreis. In dem ZDF-Fernsehfilm "Ich habe nein gesagt" wird das Thema Vergewaltigung in der Ehe thematisiert: Als unverstandene Drogeriemarkt-Verkäuferin Doris Wengler, die mit Kind in einer gescheiterten Ehe lebt, Träumt sie vergeblich von einer Karriere als Schauspielerin. 1999 dreht Gedeck erstmals in den USA: "Scheidung auf Amerikanisch". Als Sarah, eine aus Deutschland stammende Musikstudentin, die in den USA den Amerikaner Bob, einen Papierfabrik-Manager geheiratet hat, kämpft sie um ihre Ehe und ihre beiden Kinder.
Zum internationalen Erfolg wird ihre Rolle als Starköchin Martha Klein in der Komödie "Bella Martha", dem Kinodebüt von Sandra Nettelbeck. Der Film erzählt die Geschichte der Meisterköchin Martha, die wegen des plötzlichen Unfalltodes ihrer Schwester deren Tochter versorgen muss und sich nebenbei in den italienischen Aushilfskoch Mario (Sergio Castellito) verliebt. "Martha ist Perfektionistin und folglich eine anstrengende, bisweilen komische Diva. Martina Gedeck spielt sie mit ihren typischen mimischen Nuancen als hypersensible, in ihre Welt zurückgezogene Frau, macht aber auch den Wunsch dieser Figur deutlich, die Einsamkeit zu durchbrechen." (Lenssen, 2002). Für diese Rolle erhält Gedeck den Deutschen Filmpreis 2002.
Als Britin Helen Dubbs in "Jenseits der Liebe" erfährt sie über den Germanistikprofessor Jan Altenberg (Robert Atzorn), der auf der Suche nach den Mördern seines Vaters ist, mehr über ihre eigene Familiengeschichte. In der nach authentischen Vorlagen konzipierten deutsch-deutschen Agentengeschichte "Romeo" (Hermine Huntgeburth) muss sie als Sekretärin Lotte Zimmermann feststellen, dass ihr Ehemann Hermann (Sylvester Groth) sie als Tarnung für seine DDR-Spionagetätigkeit ausgenutzt hat.
Im Heimatdrama "Verlorenes Land" (Jo Baier) bewirtschaftet Gedeck als Maria zusammen mit ihren Schwiegereltern deren Bauernhof in Niederbayern; ihr Mann Hans ist im Krieg verschollen, sie verliebt sich in den Angestellten Jean-Pierre, doch dann kehrt Hans körperlich und geistig zerrüttet zurück.
In dem Familiendrama "Die Mutter" nach dem Buch von Petra Hammesfahr spielt Gedeck die Titelfigur der Vera Zardiss, die auf der Suche nach ihrer Tochter ist. Auch in "Das Adoptivkind" ist sie in einer Mutterrolle zu sehen: Als Landschaftsgärtnerin Sylvia erfüllt sie sich durch Adoption den lang ersehnten Kinderwunsch, doch ihr Adoptivkind ist durch die Alkoholkrankheit der leiblichen Mutter geschädigt ist und benötigt besondere Betreuung.
2004 erhält Martina Gedeck den Deutschen Fernsehpreis für Ihre Rolle in "Hunger auf Leben", der auf den Tagebüchern der DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann basieren. Regie führt Markus Imboden, der ab 2005 ihr Lebensgefährte ist. 2006 spielt sie an der Seite von Sebastian Koch im Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" eine bekannte DDR-Theaterschauspielerin, deren Beziehung und Leben unter dem Druck der Stasi zerbricht. Der Film von Florian Henckel von Donnersmarck wird ein enormer Erfolg und erhält zahlreiche Auszeichnungen, 2007 sogar den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film.
Weitere - ebenfalls tragische und mit dem Tod endende - Rollen verkörpert sie in Oskar Roehlers vieldiskutierter Houellebecq-Verfilmung "Elementarteilchen" (2006) und in ihrem Nebenpart als deutsche Spionin in Robert de Niros CIA-Epos "The Good Shepherd" (Der gute Hirte) an der Seite von Matt Damon, Gedecks erster internationaler Großproduktion. Höchstes Lob erntet sie aber auch für eine vergleichsweise kleine Produktion, Stefan Krohmers feinsinniges Beziehungsdrama "Sommer '04" (2006). Für Vanessa Jopps Weihnachtskomödie "Meine schöne Bescherung" erhält Gedeck 2007 den Bayerischen Filmpreis.
2008 folgen zwei weitere Rollen, die viel Aufsehen erregen: In seiner aufwändigen Adaption von Stefan Austs Standardwerk über die RAF, "Der Baader Meinhof Komplex", besetzt Bernd Eichinger Martina Gedeck als Ulrike Meinhof, die sich von der kritischen Journalistin zur fanatischen Terroristin verwandelt. Kurz darauf kommt Helma Sanders-Brahms "Geliebte Clara" in die Kinos, in der sie die Pianistin Clara Schumann spielt, die zwischen den Gefühlen für ihren Mann Robert und Johannes Brahms hin- und hergerissen ist. Martina Gedeck lebt in Berlin.
CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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*14.09.1961
München
Darsteller, Mitwirkung, Sprecher
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