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Konrad Wolf – Regisseur Konrad Wolf wird am 20. Oktober 1925 in Hechingen (Württemberg) geboren. Er ist der zweite Sohn des Arztes und sozialistischen Schriftstellers Friedrich Wolf und seiner zweiten Frau Else, geb. Dreibholz. 1927 zieht die Familie nach Stuttgart. Wolf besucht dort ab 1932 die Schicker-Schule; er wird Mitglied der kommunistischen Jung-Pioniere.
Im Juni 1933 folgt er mit Mutter und Bruder Markus dem wegen seiner politischen und literarischen Aktivitäten emigrierten Vater ins Exil; über Frankreich und die Schweiz gelangen sie Anfang März 1934 in die Sowjetunion, wo sie zunächst in Moskau und in einem Sommerhaus bei Peredelkino leben. Konrad Wolf besucht mit seinem Bruder ("Mischa") die deutsche Karl-Liebknecht-Schule, 1937-41 die russische 110. Mittelschule in Moskau. 1936 erhält die Familie die sowjetische Staatsbürgerschaft, Wolf wird Mitglied der sowjetischen Pionierorganisation.
Durch den Vater vermittelt, der Ende der 20er Jahre den Volksfilmverband Stuttgart leitete, entwickelt sich bei Wolf früh ein großes Interesse an Theater und Film. In dem 1936 im Exil von Gustav von Wangenheim gedrehten Film "Borzy" ("Kämpfer") spielt der Zehnjährige sich gleichsam selbst: Er stellt ein Kind aus antifaschistischem Elternhaus dar. Mit seinem Bruder durchstreift er die moskauer Kinos und lernt so die später von ihm oft erwähnten Filme "Čapaev" ("Tschapajew", G. und S. Vasilev, 1934), "My iz Kronstata" ("Wir aus Kronstadt", J. Dzigan, 1936) und die "Maksim"-Trilogie (G. Kozincev / L. Trauberg, 1934-39) kennen.
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Nach dem Überfall durch die deutsche Wehrmacht wird die Familie im Oktober 1941 nach Alma-Ata evakuiert. Als Siebzehnjähriger meldet sich Wolf im Dezember 1942 freiwillig zur Roten Armee; von Anfang an wird er an der Front in der Politabteilung eingesetzt, zunächst als Dolmetscher an der Kaukasus-Front. Als Leutnant der 47. Armee nimmt Wolf 1945 an der Befreiung Warschaus teil, anschließend am Angriff der Roten Armee auf Berlin.
Er übernimmt am 22.4.1945 für kurze Zeit das Amt des sowjetischen Stadtkommandanten von Bernau bei Berlin. (1975 wird Wolf zum Ehrenbürger Bernaus gewählt.) Für seine Verdienste im 2. Weltkrieg erhält Wolf von der Regierung der UdSSR den Orden des Roten Sterns und andere Auszeichnungen; so 1970 den Orden des Vaterländischen Krieges 1. Grades.
Nach Kriegsende arbeitet Wolf zunächst bei der Berliner Zeitung als Sonderkorrespondent für Lokalnachrichten; im Wiederaufbau des kulturellen Lebens engagiert, ist er an der Gründung der DEFA beteiligt. 1946 ist er als Kulturreferent der Sowjetischen Militäradministration für das Land Sachsen-Anhalt verantwortlich für Presse, Theater und Film.
Am 17.12.1946 wird er als Oberleutnant aus der Roten Armee entlassen und ist bis 1948 Mitarbeiter des Hauses für Kultur der Sowjetunion in Berlin. Nebenher legt er am 2.5.1949 sein Abitur an der Abendhochschule der SMAD in Berlin-Karlshorst ab.
1949 – noch Sowjetbürger – nimmt er ein Regiestudium am Staatlichen Allunionsinstitut für Kinematografie (VGIK) in Moskau auf. Er gehört der Klasse von Grigorij Aleksandrov an, zu seinen Lehrern gehören Romm, Gerassimov, Dovčenko, Jutkevič. Während des Studiums lernt er den bulgarischen Autor Angel Wagenstein kennen, mit dem er später drei Filme realisieren wird ("Sterne", "Der kleine Prinz", "Goya").
Im Rahmen des Studiums absolviert er 1951 ein Praktikum als Regie-Assistent bei Joris Ivens, der in Berlin mit großem Stab einen Dokumentarfilm über die III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten dreht, anschließend bei Herbert Ballmann während der Dreharbeiten zu "Blaue Wimpel im Sommerwind". 1953 folgt eine Assistenz bei Kurt Maetzig ("Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse").
Sein Studium am moskauer Institut schließt Wolf – seit 1952 Bürger der DDR und SED-Mitglied – am 11.3.1955 mit dem DEFA-Film "Einmal ist keinmal" als Diplomarbeit ab, nachdem er sein erstes Projekt "Der Weg in die Heimat" nicht beendet hat.
Als Regisseur im DEFA-Studio für Spielfilme realisiert er zahlreiche Filme, die Wolf zum bedeutendsten und international anerkanntesten DEFA-Regisseur der 60er und 70er Jahre machen. Dabei arbeitet er zunächst hauptsächlich mit den Autoren Paul Wiens und Karl Georg Egel, mit Angel Wagenstein und seit "Ich war neunzehn" (1967) mit Wolfgang Kohlhaase zusammen. Sein Kameramann ist – bis auf zwei Ausnahmen – Werner Bergmann. Die Filme laufen auf Retrospektiven und erhalten Preise bei Festivals.
Konrad Wolf, der 1956-60 dem Zentralrat der FDJ angehört, engagiert sich auch aktiv auf kulturpolitischem Gebiet. 1959-66 ist er 1. Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst. Am 12.6.1965 wird er mit 38 Jahren Nachfolger Willi Bredels als Präsident der Akademie der Künste der DDR. In diesem Amt macht er seinen Einfluß als Mittler zwischen den diversen Interessengruppen innerhalb des Kulturbetriebs der DDR geltend und vertritt die Kulturpolitik der DDR im Ausland.
Wolf ist 1967 Gründungsmitglied des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR und gehört dessen Vorstand an. 1981 ist er Delegierter des X. Parteitages der SED und wird zum Mitglied des ZK gewählt. Zu Wolfs letzten kulturpolitischen Initiativen gehört sein Engagement für das von Stephan Hermlin angeregte 1. Berliner Treffen zur Friedensförderung im Dezember 1981, das Künstler aus Ost und West zusammenführt. Im Oktober 1981 besucht Wolf in Vorbereitung eines neuen Films die Stätten seiner Kindheit in und bei Moskau.
Konrad Wolf heiratet 1955 in erster Ehe Annegret Reuter (Tochter Judith-Katharina geb. 1956, Sohn Oleg geb. 1958), 1960 in zweiter Ehe die Schauspielerin Christel Bodenstein (Sohn Mirko geb. 1961) und lebt zuletzt mit Inge-Lore Kindt zusammen. Er stirbt vor Abschluß des von ihm angeregten und seit 1980 geleiteten Dokumentarfilmprojekts "Busch singt" am 7. März 1982 in Berlin.
Die Akademie der Künste der DDR sammelt im Konrad Wolf-Archiv Schriften und Dokumente. Unter der künstlerischen Oberleitung seines langjährigen Mitarbeiters Wolfgang Kohlhaases entsteht 1985 der biografische Dokumentarfilm "Die Zeit die bleibt". Am 18.10.1985 erhält die Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, Potsdam-Babelsberg, den Namen Konrad Wolfs.
CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im RICHARD BOORBERG VERLAG, München.
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*20.10.1925
Hechingen
; †07.03.1982
Berlin/DDR
Darsteller, Mitwirkung, Regie, Künstlerische Oberleitung, Regie-Assistenz, Assistenz-Regie, Drehbuch, Idee
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1988 |
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Verzeiht, daß ich ein Mensch bin. Friedrich Wolf. Fragen an seine Kinder. Erinnerungen von Zeitgenossen Mitwirkung |
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1985 |
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Die Zeit die bleibt. Ein Film über Konrad Wolf Mitwirkung |
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1983 |
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»Dafür will ich gebraucht werden...« Konrad Wolf Mitwirkung |
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1981/1982 |
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1935 oder Das Faß der Pandora Drehbuch, Idee, Künstlerische Oberleitung, Regie |
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1981/1982 |
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Aurora - Morgenrot Idee, Künstlerische Oberleitung |
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1981/1982 |
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EinToter auf Urlaub Idee, Regie, Künstlerische Oberleitung |
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1981/1982 |
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In Spanien Idee, Künstlerische Oberleitung |
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1981/1982 |
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Nur auf die Minute kommt es an Idee, Künstlerische Oberleitung |
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1981/1982 |
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Und weil der Mensch ein Mensch ist Idee, Künstlerische Oberleitung |
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1978-1980 |
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Solo Sunny Drehbuch, Regie |
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