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Franz Seitz Franz Seitz wird am 22. Oktober 1921 in München geboren. Sein Vater ist der Filmregisseur und Produzent Franz Seitz sen. (1888-1952), seine Mutter die Schauspielerin Anni Terofal. Nach dem Abitur am Neuen Realgymnasium in München leistet er 1940-45 Kriegsdienst als Oberleutnant und Batterieführer bei der 337. Infanterie-Division. Er wird 1943 an der Ostfront schwer verwundet und kann den längeren Heimataufenthalt nutzen und drei Semester Medizin studieren Nach 1945 beschäftigt er sich autodidaktisch mit Malerei und Kunstgeschichte, lebt 1945-48 als Kunstmaler. 1949 volontiert er bei Richard Eichberg als Filmarchitekt ("Die Reise nach Marrakesch"). 1951 gründet er mit Jochen Genzow die Produktionsfirma Allegro-Film.
Für viel Verwirrung hat die Namensgleichheit von Vater und Sohn Franz Seitz - beide Produzent, Autor und Regisseur - geführt. 1951 produziert der Sohn den Film "Der letzte Schuß" (als Co-Produktion von Allegro- und Thalia-Film), bei dem der Vater Regie führt. Am Drehbuch des Vaters arbeitet der Sohn mit, sein Bruder Hans Seitz, ein Schauspieler mit komischem Talent, spielt in dem Film mit. Es ist ein typischer Film von Franz Seitz sen., der seit Mitte der 10er Jahre eine Hauptfigur der münchner Filmszene ist: ein oberbayerisches Thema um Wildschützen, arme und reiche Bauern, Haberfeldtreiben, uneheliche Kinder und andere ländliche Tragödienelemente
1954 zeigt sich erstmals, daß sich der Sohn vom väterlichen Erbe emanzipieren möchte: Als Geschäftsführer der - von ihm wieder gemeinsam mit Genzow betriebenen - Ariston-Film GmbH beteiligt er sich an der Produktion von Roberto Rossellinis "Paura" / "Angst". Diese Absetzungsbewegung setzt sich 1955 fort mit "Es geschah am 20. Juli" von G. W. Pabst.
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Franz Seitz Junior produziert mit seiner 1956 gegründeten Franz Seitz Filmproduktion in München noch zahlreiche Heimatfilme, u.a. "Der Meineidbauer", "Mein Schatz ist aus Tirol", "Schön ist die Liebe am Königssee", "Bei der blonden Kathrein". Ende der 60er Jahre, als die Heimatfilme als populäres Unterhaltungskino endgültig passé sind, wechselt er zum modischen Aufklärungsfilm und kreiert - angeregt durch Ludwig Thomas bayerische Lausbubengeschichten - das eine Zeitlang höchst profitable Genre der "Lümmel- und Paukerfilme".
Gleichzeitig tritt er auch als Autor und Regisseur in die Fußstapfen seines Vaters. 1954 erfolgt sein Regie-Debüt "Ein Mädchen aus Paris", ein musikalisches Lustspiel um eine französische Studentin in München. Unter dem Pseudonym Georg Laforet - ein Vorfahre mütterlicherseits war ein Graf Laforet, dessen illegitime Kinder das Anagramm Terofal als Familiennamen trugen - schreibt er zahlreiche Drehbücher. Am erfolgreichsten ist 1962 "Das schwarz-weiß-rote Himmelbett" inszeniert von Rolf Thiele. Gehobene Unterhaltung ist das Ziel seiner Drehbücher, so bei "Kleiner Mann ganz groß", "Grieche sucht Griechin"; und "Die Herren".
Der "andere" Seitz zeigt sich aber am deutlichsten als Produzent von Volker Schlöndorffs international erfolgreichem Debütfilm "Der junge Törless" (1966). Man könnte fast von einer schizophrenen Karriere sprechen: Ein prominenter Vertreter der Altbranche wird einer der ersten Produzenten des Jungen Deutschen Films. 1967 beteiligt er sich an Jean-Marie Straubs "Chronik der Anna Magdalena Bach", 1978 produziert er Schlöndorffs Oscar-Gewinner "Die Blechtrommel". 1971 ist Seitz der Co-Produzent von Louis Malles "Herzflimmern".
Ein spezieller Zug seiner Persönlichkeit zeigt sich 1964 in der Produktion von Thomas Manns "Tonio Kröger", die Rolf Thiele inszeniert. Vier weitere Filme nach Thomas Mann folgen: "Wälsungenblut" (1964, Thiele) und "Der Zauberberg" (1981, Hans W. Geissendörfer), bei "Unordnung und frühes Leid" (1976) und "Doktor Faustus" (1981/82) führt Seitz selbst Regie. Dieses unübersehbare Faible kommt sicher nicht von ungefähr. Thomas Manns Konflikt von Künstler und Bürger in Personalunion findet in Seitz eine Entsprechung. Die Kritik reagiert auf die Filme gemischt, das oft verwendete Adjektiv "redlich" charakterisiert auch die Ratlosigkeit der Feuilletons. "So spiegeln sich in seinem Lebenswerk exemplarisch Glanz und Elend des deutschen Nachkriegsfilms", konstatiert Sebastian Feldmann.
Ein zweiter Komplex im Regie-Werk von Franz Seitz zeigt eine Zwischenposition: Filme mit bayerischen, speziell münchner Themen – allerdings auch mit kritischem Anspruch jenseits der Heimat-Tümelei: "Abelard – Die Entmannung" (1975), "Die Jugendstreiche des Knaben Karl" (1977) nach Karl Valentin, "Flammenzeichen" (1984), die teilweise fiktive Biografie des münchner Jesuiten und Widerstandskämpfers Rupert Mayer, zu dem Tochter Gabriele Seitz das Drehbuch schreibt, sowie "Erfolg" (1990) nach dem Roman von Lion Feuchtwanger.
Neben der Tätigkeit als Produzent, Autor und Regisseur engagiert sich Seitz intensiv in Vereinen und Verbänden: Er wird 1981 Vorsitzender des Verbands deutscher Spielfilmproduzenten e.V., ist daneben Vize-Präsident des internationalen Produzenten-Verbands FIAPF, 1987–97 Mitglied des Kuratoriums der Berliner Festspiele GmbH, die u.a. Träger der Internationalen Filmfestspiele sind, er amtiert in der Film-Förderungs-Anstalt (FFA) als Stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats, Mitglied des Präsidiums, Mitglied der Richtlinienkommission, Mitglied der Verhandlungsgruppe Film/Fernsehen, ist 1987–97 Vorsitzender des Vorstands bzw. Präsident der SPIO, anschließend Mitglied des Präsidiums. Seit Gründung ist er stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Internationalen Münchner Filmwochen GmbH, dem Träger des Filmfest München.
Seine Film-Produktionen erhalten u.a. vier Goldene Leinwände, zahlreiche Bayerische und Deutsche Filmpreise sowie einen Oscar. Seitz selbst ist außer mit einem Eisernen Kreuz (1943) mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse, der Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Bayerische Wirtschaft, dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises, der Berlinale Kamera sowie dem französischen Orden "Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres" ausgezeichnet.
Der Ehe von Franz und Anneliese Seitz, geb. Conrad, entstammen Sohn Peter und Tochter Gabriele. Die Tochter ist wiederholt in der väterlichen Produktion tätig, tritt bereits als Kind in "Angst" auf und schreibt, inzwischen promoviert, u.a. das Drehbuch zu "Flammenzeichen", dreht eine TV-Dokumentation zur "Zauberberg"-Verfilmung ("100 Tage auf dem Zauberberg") und editiert Begleitbücher zu väterlichen Produktionen.
Franz Seitz stirbt am 19. Januar 2006 in München.
CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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Georg Laforet )
*22.10.1921
München
; †19.01.2006
München
Darsteller, Mitwirkung, Regie, Drehbuch, Produzent, Co-Produzent, Herstellungsleitung, Produktionsleitung
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