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Quelle: Fox, DIF, © 20th Century Fox
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"Trade - Willkommen in Amerika" (2007)
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Marco Kreuzpaintner wird am 11. März 1977 in Rosenheim geboren. Der Sohn einer Sekretärin und eines Briefträgers studiert zunächst Kunstgeschichte in Salzburg und bringt sich das Filmhandwerk bei Jobs in der Film-, Werbe- und Musikvideoproduktion selbst bei. Er übernimmt Assistenzen bei Peter Lilienthal und Edgar Reitz, ist für Reitz auch Assistent bei der Synchronisation des Stanley-Kubrick-Films "Eyes Wide Shut". Kreuzpaintners erster Kurzfilm "Entering Reality" mit August Diehl und August Zirner erregt bereits 1998 Aufmerksamkeit auf Filmfestivals und wird mit dem Prädikat ''besonders wertvoll'' ausgezeichnet. 1999 gründet er gemeinsam mit Oliver Weiss die Produktionsfirma "Die Filmmanufaktur", und im Jahr 2000 entsteht der Kurzfilm "Der Atemkünstler", der für den Talentpreis "First Steps Award" nominiert wird. 2002 dreht er den TV-Pilotfilm "Rec - Kassettenmädchen/Kassettenjungs". Kreuzpaintners erster Spielfilm "Ganz und gar" kommt 2003 in die Kinos und wird für den Max-Ophüls-Preis nominiert. Der Film schildert den Kampf eines jungen Mannes, der durch einen Unfall ein Bein verliert und sich mit seiner neuen Lebenssituation arrangieren muss. Dabei gerät er in Konflikt mit seinem Freundeskreis und mit sich selbst.
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"Sommersturm", der zweite Spielfilm von Marco Kreuzpaintner, entsteht 2004 und hat autobiographische Züge. Er erzählt die Geschichte eines jugendlichen Sportlers, gespielt von Robert Stadlober, der seine erste Liebe zu seinem besten Freund (Kostja Ullmann) entdeckt. Der Film wird auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet, Marco Kreuzpaintner selbst erhält unter anderem den "New Faces Award". 2006 adaptiert er das Jugendbuch "Die Wolke" von Gudrun Pausewang für die Leinwand, Gregor Schnitzler inszeniert den Film über zwei verliebte Jugendliche im Chaos nach einem Atom-Supergau. Die US-amerikanisch-deutsche Koproduktion "Trade - Willkommen in Amerika" ist nach "Sommersturm" die zweite Zusammenarbeit mit den Produzenten Jakob Claussen und Thomas Wöbke und kommt 2007 in die Kinos. In Amerika gedreht und mit Kevin Kline in einer Hauptrolle, erzählt der Film davon, wie Kinder und Frauen von Mexiko in die USA verschleppt und dort verkauft werden. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 13-jährige Adriana, die in Mexiko City entführt und als Sexsklavin in die USA verkauft wird. Für "Trade" wird Marco Kreuzpaintner mit dem "Cinema for Peace Special Award" des Hessischen Filmpreises und auf dem Filmfest München mit dem Bernhard-Wicki-Filmpreis geehrt. Am 9. Oktober 2008 kommt Krabat, die Verfilmung des gleichnamigen Jugendbuchs von Otfried Preußler, in die deutschen Kinos. Die Geschichte, die auf einer sorbischen Volkssage beruht, erzählt von dem Jungen Krabat, der in die Mühle eines dunklen Meisters aufgenommen wird, um dort die Kunst der schwarzen Magie zu erlernen. In den Hauptrollen sind Robert Stadlober, Daniel Brühl und David Kross zu sehen.
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Mainstream mit ernsten Momenten |
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"Sommersturm"-Regisseur Marco Kreuzpaintner über Schwulsein im Film, die erste Liebe und seinen Hauptdarsteller.
Katharina Dockhorn, filmecho/filmwoche, Nr. 35, 28.08.2004
Beim Münchner Filmfest erlebte Marco Kreuzpaintners "Sommersturm" seine umjubelte Uraufführung und gewann den Publikumspreis des BR. Seitdem stellten der in Berlin lebende Regisseur und sein Hauptdarsteller, Mädchenschwarm Robert Stadlober, die Produktion von Jakob Claussen und Thomas Wöbke bei etlichen Previews vor. Die Gala-Premiere wird der Film in Köln feiern. "Es ist schön zu beobachten, dass das Thema Schwulsein auch in einem Mainstream-Film angenommen wird, der nicht leicht und flockig daher kommt, sondern durchaus schmerzliche Momente kennt", fasst Marco Kreuzpaintner die Eindrücke der Vorführungen zusammen, für den er gemeinsam mit Thomas Bahmann auch die Vorlage lieferte. Er führt ins Milieu eines Ruderklubs einer Kleinstadt. Zu den Nachwuchstalenten gehört auch Tobi (Stadlober), der seinen Trainingspartner und Freund Achim heimlich liebt und daher die Zuneigung von Anke nicht erwidern kann.
"Ich bin selber schwul" bekennt Kreuzpaintner offen. "Der Film ist aber nicht autobiographisch. Es gibt aber Schlüsselmomente, die ich eingebracht habe." Sein Coming-out fiel ihm leichter als seiner Filmfigur Tobi, da er einen toleranten Freundeskreis hatte, der dies akzeptierte. Aber das innere Coming-out, das Akzeptieren, sich nicht für Mädchen sondern für Jungs zu interessieren, war für ihn ebenso schwierig wie für seine Hauptfigur.
"Viele junge Schwule bedanken sich bei mir für die selbstverständliche Darstellung ihrer Gefühle," freut sich der Regisseur, der genau beobachtet hat, wie die Gesellschaft mit der gleichgeschlechtlichen Liebe umgeht. "Auf dem Pausenhof kommt es immer wieder zu Diskriminierungen, die auch die Hip-Hop-Musik anheizt, in der mit Machoattitüden gespielt wird und Schwule meist sehr negativ dargestellt werden."
Diese Vorurteile spießt er auf, in dem er Tobi ein Hobby gibt, das normalerweise mit der Vorstellung großer, muskelbepackter und harter Männer verbunden ist. Wer weiß schon, dass der Ruderklub "Queerschläger", in den nur bekennende Schwule aufgenommen werden, wirklich existiert. "Ihr Umgang mit der Homosexualität hat im Film etwas ungeheuer Provozierendes, weil wir die Sportler auch so besetzt haben, dass die Mädchen sehr auf ihr sportliches und attraktives Aussehen abfahren."
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Dass Kreuzpaintner mit dem sportlichen Ehrgeiz seiner Protagonisten nicht übertrieben hat, sondern eindeutig auf Breitensport setzt, ist ihm gar nicht so bewusst. "Ich wollte einfach keinen Sportfilm, sondern einen Film über die erste Liebe inszenieren. Und die ist bei Schwulen, Lesben oder Bisexuellen genauso schön und kann genauso schmerzlich sein." Gerade darin legt auch die Stärke des Films, dass die Gefühle Tobis genauso nachvollziehbar sind wie die seiner Altersgenossen in vergleichbaren Werken wie "Crazy" oder Kreuzpaintners Debüt "Ganz und gar".
Den Tobi hat Kreuzpaintner mit Robert Stadlober besetzt, mit dem er schon lange befreundet ist. Zunächst hatte er nach einem jüngeren Hauptdarsteller gesucht, den er trotz langen Castings nicht finden konnte. Thomas Wöbke brachte Stadlober wieder ins Gespräch, der früh sein Interesse an einer Rolle in "Sommersturm" bekundet hatte.
"Ich habe mich gefragt, kann ich ihn noch so jung besetzen", erzählt der Regisseur. "Wir haben uns dann geeinigt, uns über die Frage zu nähern, was macht das Jungsein vor allem aus: Neugierde". Kreuzpaintner schätzt an dem Jungstar, über den trotz langjähriger Beziehungen zum weiblichen Geschlecht im Internet immer wieder spekuliert wird, ob er schwul sei, den Mut zum Risiko. "Ich denke, das Rebellentum, das er in einigen Filmen versuchte zu verkörpern, ist nicht sein Ding. In 'Sommersturm' kann er wieder seine sensible und weiche Seite zeigen."
Bei der Zusammenarbeit mit Jakob Claussen und Thomas Wöbke ist für Kreuzpaintner auch ein Traum in Erfüllung gegangen. Die Münchner Produzenten waren die ersten, die der Autodidakt aus dem bayerischen Rosenheim im Filmgeschäft kannte. "Sie sind uneitel, fair, hilfsbereit und offen. Und ich komme mir in ihrem Büro manchmal vor wie in einem Kinderspielzimmer. Wir werden auf jeden Fall weitermachen."
Im Moment adaptiert der Filmemacher einen Roman, dessen Titel er nicht verraten will. Er will auch das Schreiben fortsetzen, weil er dann längere Zeit hat, sich in den Stoff einzuleben. Natürlich war sich Kreuzpaintner, der sich selbst als Autorenfilmer versteht, bewusst, dass seine Vision vom Filmemachen bei Claussen + Wöbke Programm ist. "Ich will Unterhaltung mit einem gewissen Anspruch verbinden. Ich will im Kino nicht belehrt werden und weiß genau, dass es eine Grenze gibt, die ich auch akzeptieren kann. Ich weigere mich aber, das Publikum nicht zu fordern." Genau diesem Credo ist er auch in seinem zweiten Film über die erste Liebe und das Erwachsenwerden gerecht geworden.
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